Meine Hunde

einunglaubMeine Hunde- ich liebe sie! Sie waren und sind auf meinem "Werdegang" natürlich wichtige Puzzleteile. Das tägliche Training bringt stets neue Einsichten.

Natürlich dürfen die aktuellen Stars, siehe Bild oben, nicht fehlen:
Joey,  ein schwarzer Mittelpudel, ein Begleithund der Extreme mit einem unglaublichem "will to please", der mir hilft, die Waschmaschine einzuräumen und auszuräumen, der mir beim Heimkommen stets die  Hausschuhe bringt, der auch grosse Hunde erfolgreich in die Schranken weist.
Joey  hat aufgrund einer Vergiftung mit Rinderkraftfutter eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, das Cushingsyndrom und Allergien (er verträgt z.B. keine Rüebli. Und diese Dinger sind ja nun wirklich fast überall drin....)  und überlebt nur durch streng ausgewähltes Barfen. 
Nachtrag: Inzwischen haben wir ein Trockenfutter gefunden :-) Aber es ist KEIN Tierarztfutter!

Maika, die blinde Strassen-Schäferhündin aus Spanien, war ein weiblicher Rambo, als ich sie bekam...sie ist heute sehr verträglich. Kleinere Hunde finden hier eine grosse Freundin. Und die grossen und grösseren kann sie nun auch problemlos akzeptieren.

Maika  war davon überzeugt, dass jeder Hund erstmal Konkurrenz bedeutet. Inzw. hat sie begriffen, dass andere Hunde im Haus und auf dem Spaziergang kommen und gehen- nicht jeder bleibt automatisch, um ihr das Futter streitig zu machen; sie muss ums Überleben gekämpft haben...und war damals doch schon fast blind! Dabei ist sie eine Seele von einem Hund! Sie liebt Kinder, lässt Katzen und andere Tiere in Ruhe- ausser, dass sie natürlich gerne hütet und die Übersicht behält.
Bei ihr ist es so, dass sie mit einem Proteinanteil bis ca. 22 % am angenehmsten ist. Ihr beschädigter Magen-Darmtrakt braucht immer wieder besondere Aufmerksamkeit.


wie alles begann......

Prinz (Deutscher Schäferhund) mit meinem Vater, der mir den sehnlichen Wunsch nach einem eigenen Hund erfüllte....


  
  
Mit Prinz teilte ich 8 Jahre meiner Kindheit. An den Tag, als ich ihn zum ersten Mal im Tierheim sah, erinnere ich mich bestens. Alle Hunde kläfften, sprangen an den Gittern hoch- mein damalig 9-jähriges Herz zersprang fast, am liebsten hätte ich alle Hunde mitgenommen. Doch dann sass da ein ca. 3 Monate alter Schäferhund und sah dem ganzen Treiben traurig zu. Wir nahmen mentalen Kontakt auf- das war' s dann. Tag's darauf durften wir ihn holen und eine wunderbare und auch schwierige  Zeit begann. Prinz lehrte mich die archaische Seite des Tierseins. Er erlaubte mir manchmal, in seinem Zwinger in der Hütte zu schlafen- manchmal knurrte er mich weg. Er duldete, dass ich ihn beim Fressen streichelte- beim Knochen sprang er mich wütend an. Kurz, ich hatte keine Ahnung von der Hundesprache, konnte keine Signale deuten. Doch dass er mich vor den Dorfjungen, die mich verhauen wollten, verteidigte, das hatte ich deutlich verstanden.

1971 wussten weder meine Eltern, noch die damaligen Übungsleiter und am allerwenigsten ich über Hunde und ihr Verhalten Bescheid. So kam es, dass Prinz als «scharf» verschrieener Hund zeitweise ein unglückliches Leben fristete. 
Doch mit der Zeit bekam ich Kontakt zu Hundeausbildern, verschlang Bücher wie RinTinTin, las jeden Zeitungsartikel, erstand die ersten Bücher, verschlang Hundesendungen wie die, deren Hauptdarsteller ein Möchtegern-Polizeihund namens «Zivilist» war- und alles wurde an Prinz ausprobiert. Er wurde longiert und lernte Leitern ersteigen, in gepolsterte Ärmel zu beissen... und auf Kommando sofort loszulassen. Ich merkte schnell, wie viel Freude er an der Arbeit hatte. Einer meiner tollsten Erfolge war, als ich ihn auf die Ostereiersuche abgerichtet  hatte- er suchte sie sogar auf den Bäumen in der für ihn erreichbaren Höhe, wenn er auf den Hinterpfoten stand- und so fanden wir als Team immer mehr Eier als meine Geschwister.
Es kamen Situationen, in denen mir Prinz mein Leben rettete! 
So wuchs in mir der Wunsch, Hundetrainerin zu werden, doch leider gab es keine Möglichkeiten dazu.

Prinz ging im Alter von 8 Jahren und meine Trauer kannte keine Grenzen.

Laika  (Appenzeller x Boxer x ?)


Als meine Lebensumstände als Erwachsene es erlaubten, holte ich Laika aus dem Tierheim. Die Dame war ca. 9 Monate alt und hopste (ähnlich einem Känguruh) ständig kläffend den Gang des Tierheimes Zürich rauf und runter. Sie schien Quecksilber im Blut zu haben- so zersprungen wirkte sie auf mich. Es standen mehrere Leute im Gang, doch als sie beschloss, zwei Sekunden Pause zu machen, platzierte sie sich auf meinem Fuss, lehnte sich an mich, blickte hoch- na das war` s dann wieder- ich nahm sie stöhnend mit nach Hause und meine Gedanken waren: Hilfe, was tu` ich mir da nur an...
  Laika war eine wunderbare Lehrmeisterin und erlaubte mir, an und mit ihr alles aus der modernen Hundewelt kennen zu lernen. Als sie zwei Jahre alt war, holten wir an der Begleithundeprüfung von ca. 36 Teilnehmern (darunter viele Gebrauchshunderassen) den dritten Platz- punktegleich mit dem zweiten. Mein Jubel kannte keine Grenzen- Laika war mit ihren 42 cm Stockmass einfach die Grösste! Später versuchten wir uns noch im Agility, doch das gefiel mir nicht so gut.

Als meine Kinder geboren wurde, war sie die treueste Sitterin. Sie war auch die Erzieherin meiner Zweithunde, die sie alle überlebte.

Sie trieb mich mit ihrem Eigensinn oft fast zum Wahnsinn- mit ihrem Charme und ihrer Intelligenz rettete sie mich immer wieder. Sie wusste genau den richtigen Moment, um das Unerwartete zu zeigen und die schwierige Situation in Freude umzuwandeln.

Laika schlief sich im Zuge der Euthanasie im Alter von 13 Jahren in meinen Armen in den Hundehimmel.

 



Zagal, Mastin Espaniol,  (sprich "Sagal",  und es bedeutet "Hirtenjunge")

Durch die Erfolge mit der kleinen Laika angespornt, wollte ich einen richtig grossen Hund. In der  Hunderevue erschien ein Artikel über den Mastin Espanol- ich war begeistert und nahm mit einer Züchterin Kontakt auf. Sie importierte drei dieser Hunde aus Madrid und so bekam ich einen grauen Riesen; er war die Liebe in Person.

Leider hatte ich mit Welpen noch keine Erfahrung, sonst hätte ich ihn mit seinen ausladenden Hüften gar nicht erst übernommen; auch seine sonstigen Gelenke waren nicht okay und es begann schnell ein mühsamer Weg zu Tierärzten. Es half nichts, im Alter von nur 9 Monaten musste ich mein Riesenbaby einschläfern lassen. Er konnte erblich bedingt den Kalk nicht in die Knochen einlagern, seine Knochen waren dadurch butterweich, er hatte HD in höchstem Grad. 
Zagal lehrte mich Sanftmut, die seine wirkte einfach ansteckend. Er war immer freundlich, umsorgte rührend alles, ob Kätzchen oder Meerschweinchen. Und bei ihm erreichte ich mit herkömmlichen Erziehungsmethoden nicht viel- herunterfallende Pfannendeckel, um ihn beim Klauen zu stören? Er schaute sie nicht mal an. Mit Pfeffer imprägnierte Wurst? So was feines! Wenn er etwas in Richtung „Gehorsam“ machte, dann unserer Beziehung willen. Bei Druck stellte er sich stur, den Blick nach innen gerichtet... bewegen Sie mal 50 kg Hund, wenn er nicht will.

Nun, so lernte ich „gezwungenermassen“, die Beziehung zu ihm aufzubauen und zu vertiefen. Dann war vieles möglich.

Dies war eine meiner wichtigsten Erfahrung: Nicht Dominanz ist gefragt, sondern eine gute Beziehung.

Meine ersten Erfahrungen mit zwei Hunden im Haushalt waren wunderschön

 

 
   

Jack  (Riesenschnauzer)

Das Loch, das der Tod Zagalitos gerissen hatte, wollte ich nicht ertragen und so kam Jack mit acht Wochen ins Haus. Ich glaube, alles was man an einem Hund falsch machen konnte, musste er erleben- lange Zeit verstand niemand sein grosses Herz seinen Menschen gegenüber. Die Aggression, die er als Gebrauchshundrasse mitbrachte, überforderte mich masslos. Doch er hat, obwohl er im ersten Jahr dreimal verbissen wurde, nie einen anderen Hund gebissen, noch einen Menschen verletzt! Hut ab vor soviel Stärke! Die verschiedensten Trainer lebten ihre Ambitionen an ihm aus- ich an seiner Stelle hätte alle zerfleischt, bei dem Druck, den sie und ich auf ihn machten. 
Als er zwei Jahre alt war, trauten wir uns gegenseitig nicht mehr und ich wollte ihn weggeben- da kam Hans Schlegel in die Schweiz und wir besuchten bei ihm einen  Workshop. Das rettete uns: Endlich jemand, der mir  zeigte, wie ich mit diesem unglaublich starken und doch hochseniblen Hund umgehen musste. Dieser Erfolg und diese  Wandlung in der Beziehung zw. Jack und mir waren  einfach phänomenal! Erst jetzt erkannte ich, wie sehr  mich dieser Hund liebte, erst jetzt wurde es Jack  möglich, dies ohne Missverständnisse zu zeigen. 

Sehr interessant war hier der Aspekt, wie rassespezifische Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen den Alltag erschweren können. Der Schnauz und die Stirnfransen meines modisch frisierten Riesenschnauzers erschwerten es anderen Hunden und mir sehr, seine Mimik richtig zu deuten!

Und wieder wurde der Wunsch, Trainerin zu werden, hoch akut. Nun auch, um solchen armen, missverstandenen Hunden wie Jack zu helfen

Doch die Zeit war noch nicht reif, die Kinder zu klein.

 

 

   
   

Bobby  (Malteser x Pudel)

Er war für 9 Wochen mein Pflegehund, er war etwa 3 J alt. Wir lebten damals in Namibia (Laika war bei Pflegeeltern in der Schweiz, mit 10 Jahren wollte ich ihr den Reisestress nicht antun) und er kam aus dem Tierheim auf Zeit zu uns.

Er war ein brauner Hund- bis ich ihn das erste Mal badete!

Grosses Staunen, er hatte ein fast weisses Fell, weich und wellig- ein süsser Hund. Er liess sich ganz leicht erziehen und war der Star, ohne jemals aufdringlich oder frech zu werden. Wenn er bei heftigen Winterstürmen Angst bekam, schlüpfte er so unaufdringlich, fast unsichtbar und von der Richtigkeit seines Tun`s absolut überzeugt in mein Bett, dass er der erste Hund war, dem ich das überhaupt gestattete! 
Leider konnte ich ihn  nicht in die Schweiz mitnehmen und der Abschied fiel mir sehr schwer. Er hielt wieder Einzug in „seinem“ Tierheim, als wäre er nie fortgewesen.

Er brachte mir die Liebe zu Kleinhunden bei, die ich vorher eher spöttisch betrachtete. Bobby war schlichtweg phänomenal!

Ich vermisse den kleinen Kerl noch heute.

   


 

 
 

Kerry  (Deutscher Schäferhund)

Zurück in der Schweiz, Laika war wieder bei uns, wollte ich wieder auf den Übungsplatz und entschied mich nach dem „sturen“ Riesenschnauzer (den ich damals nur nicht verstanden hatte), für einen deutschen Schäferhund.

Mit Kerry bekam ich Einblicke in die Welt der Schäferhündeler; wir übten u.a. gemeinsam mit Polizisten und Securitasleuten- und waren stets leistungsmässig an der Spitze. 
Kerry  lernte schnell, freiwillig und eifrig, war mit einem Jahr prüfungsreif für die Begleithundeprüfung; auch mit dem Schutzdienst hatten wir bereits begonnen und er zeigte sich gut. Er war einer der wenigen Hund, die auf dem Platz auch wirklich gehorchten. In dieser Zeit wurde ich krank und ein mir bekannter Polizist nahm Kerry für zwei Wochen in die Ferien. Danach wollte er ihn mir unbedingt abkaufen, weil er ihn, wie er sagte, mit dieser exzellenten Vorschulung "nahtlos" in die Polizeihundeausbildung nehmen könne. Und ob ich nicht das Abendtraining in "seinem" Hundeclub übernehmen wolle. Mich von Kerry zu trennen schien mir unmöglich. Doch es sollte noch anders kommen....

Die Ausbildungsmethoden des damaligen Leiters taten nicht nur mir beim Zuschauen weh....ich erlebte z.B. Hunde, die in den Trainingsärmel bissen und aus Nervenschwäche laut winselnd nicht mehr loslassen konnte. Oder es war von Hunden zu hören, die auf dem Platz gehorchten, zu Hause aber die eigenen Leute bissen. So brach ich diese Art des Hundesports ab. Wir machten dafür im Obedience mit grossem Erfolg  gute Erfahrungen.

Leider wurde Kerry mit 13 Monaten sehr krank und hatte solche Schmerzen, dass er aggressiv wurde. Nach erfolglosen Versuchen mit Schmerzmitteln liess ich ihn einschläfern. Wiederum war die Trauer gross.

Und Laika lebte immer noch, sie war wie immer der Trost Nummer eins.

 

 

 
   

Benny 

Und dann entschloss sich Laika ein halbes Jahr später, auch zu gehen. Da war mir ganz klar- ich wollte für lange Zeit keinen Hund mehr!!

Bereits eine Woche später :-) kaufte ich auf einem Bauernhof einen Mischling: Berner Sennenhund x Flat Coated Retriever. Ein schwarzes, süsses Jöh-Knuddeltier.

Und so begann eine ganz spezielle Liebe... und sechs Jahre später meine Ausbildung zur Hundetrainerin :-) Benny wurde mein bester, zuverlässigster Mitarbeiter. Einfach genial! Sowas hätte ich von einem Hund nie erwartet, wusste nicht, dass das möglich war.

....Inzwischen ist Benny mit neun Jahren gestorben. An einem Donnerstag sprang er noch so munter herum, dass ich sagte, er sei wie ein junger....am Samstag war er tot. Krebs. Mit seinem Tod kam meine Hundeschule zum Erliegen....doch nun geht es weiter:

In Joey, einem im März 07 geb. Mittelpudel, fand ich einen neuen Mitarbeiter!

   


 

 
 

Joey - oder: Pudel denken anders.

Mein erster Hütihund, den ich mit acht Jahren hatte, war ein Pudel, der Nikki. Er lehrte mich, dass ich ihm gar nichts zu sagen hatte. Meine Aufgabe bestand darin, ihn aus der Wohnung zu führen, für den Rest brauchte er mich eigentlich gar nicht. Da war ich am Ende der Leine nur hinderlich :-) Immer wieder sind mir in meiner Kindheit Pudel begegnet, die mich faszinierten mit ihrem eigenartigen Aussehen, das doch unterschiedlich war, und mit ihrem freudigen, neugierigen, selbstbewussten und meist distanziertem Wesen. 

Seit einer Schulterverletzung im Kampfsport kann ich einen Arm nicht mehr voll belasten, was sich bei einem grossen Hund einfach nicht vermeiden lässt. Nun also war wieder die Zeit für einen kleineren Hund gekommen: Ein Mittelpudel sollte es sein! Ich habe es bisher in keinem Moment bereut!

Nun ist er auf dem besten Weg, mit seinem Schalk und Gehorsam bei den Leuten Eindruck zu schinden....er entwickelt sich zu einem würdigen Nachfolger von Benny. Für die Hundeschule wird sein Einsatz ein anderer als der von Benny werden. Wenn sich Benny mit meinem Einverständnis splittend zwischen zu streiten beginnende Hunde stellte, klappte das mit seiner Grösse, Ausstrahlung und Kompetenz bestens. Der kleine Joey kann das so nicht, schon nicht von seiner Art her. Ich bin sehr gespannt, was sich da entwickelt.

Inzwischen sind zwei Jahre vergangen....und mein kleiner Joey, steht seinen "Mann". Er hat vor keinem Hund Angst, lässt sich nichts gefallen, kommuniziert klar und sauber. Ja, er splittet sogar! Die Grösse spielt keine so grosse Rolle, wie ich damals angenommen habe, aber sie spielt eine Rolle- je nach Situation. Auch bei dieser Rasse ist zu merken, dass der Haarschnitt die Kommunikation zwischen den Hunden deutlich erschwerden kann und es deswegen zu Missverständnissen- bis fast hin zur Rauferei, was ich aber immer mit dem Eingreifen im richtigen Moment verhinderte, kommen kann! Manchmal ist das quicklebendige, leicht hypernde Bündel an Energie ein bisschen nervend- wenn ich z.B. Kopfschmerzen habe. Aber da er sich so leicht dem Menschen anpasst, gibt es kein Problem damit. Gerade noch meinte Joey, er müsse die ganze Welt umdrehen- im nächsten Moment liegt er auf seinem Platz und schläft, weil ich mich ebenfalls hingelegt habe. Gut, das haben alle meine Hunde gemacht....Sie merken, ich bin ein Fan von Joey :-)) Er ist genial.